meine grüne zukunft

Azubi-Blog

Hier berichten unsere jungen Fachkräfte über ihre Ausbildung und den Berufsalltag!
 
 
 
 
 
 
 
Blog von Stephan, der eine Ausbildung zum Landwirt macht


  
Steckbrief von Stephan
 
Wer bist du?
Ich bin Stephan Riede, 23 Jahre alt und komme aus Gotha in Thüringen. Seit 2014 mache ich eine Ausbildung zum Landwirt, die ich diesen Sommer beenden werden.
 
Was ist das schönste an deiner Ausbildung?
Das Schöne an meiner Ausbildung zum Landwirt ist, dass ich mein eigener Chef bin. Auf dem Feld zum Beispiel kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. In der Gestaltung meines Arbeitstages bin ich flexibel, das liebe ich an dem Beruf Landwirt.
 
Was machst du, wenn es nicht um Landwirtschaft geht?
Außer der Landwirtschaft gibt es in meinem Leben noch meine Familie, die mich in allem unterstützt, was ich mache. Mein großes Hobby ist Landmaschinen "in freier Wildbahn" zu filmen und daraus Videos zu erstellen.
 
Welches Ziel hast du für später in deinem Leben?
Nach der Lehre möchte ich meinen staatlich geprüften Techniker an der Fachschule Stadtroda machen, um später mehr Verantwortung zu übernehmen und z.B. als Vorarbeiter tätig zu sein. Mein größter Wunsch ist es, später selbst Azubis auszubilden, um z. B. Dinge, die in meiner Lehre nicht so gut gelaufen sind als Ausbilder selbst besser zu machen.  
 
 
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Blogeinträge von Stephan:
 
Frühjahrsbestellung 2017
 
Die Frühjahrsbestellung 2017 liegt ja nun einige Wochen zurück. Trotzdem ein paar Worte dazu. Die Aussaat fand nur in einem kleinen Zeitraum von rund 10 Tagen statt, da bei uns das Wetter einfach optimal war. 
Der Boden war für Erbsen, die relativ tief gedrillt werden (4-6 cm), noch recht feucht. Wirkliche Probleme beim Befahren gab es aber nicht. Fast im gleichen Zeitraum bekam der Raps seine Frühjahrsgabe, eine Stickstoff-Düngung. Aktuell sind wir fleißig am Mais legen, auch die Rüben sind seit letzter Woche drin.

Durch die warmen Temperaturen im April, hatten wir einige Probleme mit Insekten. Im Getreide machen wir zurzeit die Herbizidbehandlung und bringen gleichzeitig AHL (Stickstoffdünger) mit aus (im Verhältnis 7:1). Die Getreidebestände entwickeln sich sehr schnell und gut. Winterschänden hatten wir überhaupt nicht. Auch unser größter Feind, die Maus, lässt uns seit letztem Herbst in Ruhe. Zur Mäusebekämpfung haben wir im Betrieb ein Quad im Einsatz, damit wir die Mäuse schnell und gezielt bekämpfen können.


   
Ein Blick auf meine Berufsschulzeit (Teil I)
 
Die von mir aus nächstgelegene landwirtschaftliche Berufsschule befindet sich mitten in Thüringen im Weimarer Land. Das ist zwar zentral gelegen, aber für die, die am Rande Thüringens wohnen, dann doch ein weiter Anfahrtsweg.
Im 1. und 2. Lehrjahr werden einige auch von ihren Eltern zur Schule gebracht (da sie noch keinen Führerschein haben). Die meisten kommen aber selbst mit dem eigenen Auto zur Berufsschule. Die Schule hat allerdings keinen offiziellen Parkplatz für Schüler. Hinter der Schule verläuft eine alte Plattenstraße, die in der Not komplett beidseitig voll geparkt wird. Das ist für die Einwohner und die Kommune ein Dorn im Auge, so dass eine Lücke in der STVO gesucht wurde, dass auf dem Plattenweg nur noch einseitig geparkt werden darf. Und wir armen Lehrlinge müssen die teuren Strafzettel zahlen! Leider besteht das Problem schon lange und eine Lösung ist nicht in Sicht!
Der Unterricht wird im Block angeboten, d.h. der Unterricht findet in Blöcken von 1 bis max. 3 Wochen statt. Die Lehrer an der Schule sind alle nett und der Unterricht macht in der Regel viel Spaß. Manchmal beklagen wir Schüler, dass den Lehrern das Praxiswissen fehlt. Dann diskutieren wir im Unterricht, ob das was wir theoretisch lernen, in der Praxis umsetzbar ist. Wir hatten die beste Lehrerin der Schule als Klassenlehrerin und im Pflanzenbau-Unterricht. Sie konnte ihr enormes Fachwissen, das sie dank ihrer mehrjähriger Berufspraxis als Pflanzenbaubrigadier hatte, super toll rüberbringen. Doch leider waren wir nicht ein einziges Mal mit einem Lehrer draußen auf dem Feld. So ging der Praxisbezug im Unterreicht leider sehr unter. Auch hatten wir in den drei Jahren Berufsschule keine Zeit, einen Ausflug z. B. zu einem Landmaschinenhersteller zu machen. Das ist sehr schade.
In den Klassenräumen haben wir "hochmoderne" Whiteboards mit integriertem Beamer, die aber leider nicht funktionieren, so dass wir dann doch wieder mit rollbaren Tafeln arbeiten.
Das Internet in der Schule ist ein großes Problem. Oft stellen wir Schüler Fragen, die mit Hilfe des Internets schnell beantwortet sein könnten. Oder Lehrer möchten im Unterricht Videos zeigen. Aber die Ladezeit von Videos und Seiten dauern mehrere Minuten, dass das Suchen im Netz keinen Spaß macht. Im letzten Ausbildungsjahr haben wir Schüler einen Antrag auf WLAN im Internat gestellt, aber leider wurde das Geld nicht bewilligt. Aber wir bekommen einen neuen Fitnessraum für das Internat.

Mein Fazit lautet: Die Organisation des Berufsschulunterrichts hat Potentiale zur Verbesserung!
 
Überbetriebliche Ausbildung - was ist das eigentlich?

Die überbetriebliche Ausbildung ergänzt die Ausbildung im Betrieb. Die Lehrgänge finden als Wochenkursen in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. In Thüringen hatten wir insgesamt 5 Lehrgänge zu den Themen Instandhaltung, Bodenbearbeitung, Großmaschinen, Rind und Schwein und Futterkonservierung.
Die Anzahl der Lehrgänge und die Inhalte sind in den Bundesländern unterschiedlich und werden durch die Berufsbildungsausschüsse festgelegt. Man kann sich also nicht aussuchen, wann und welchen Lehrgang man macht. Der Besuch der Lehrgänge ist aber Voraussetzung für die Abschlussprüfung. Eigentlich sollen die Lehrgänge in einer gewissen Reihenfolge, parallel zum Schulunterricht bzw. des Lehrjahres erfolgen, das funktioniert in der Praxis aber nicht immer. Leider hatten die Azubis aus einem Betrieb oder Landkreis nie zusammen einen Lehrgang, so dass wir auch keine Fahrgemeinschaften bilden konnten.
Der Bodenbearbeitungslehrgang ist bei den Azubis der beliebteste. Er startet zunächst mit zwei Tagen Theorie über die Bodenbearbeitung und dann geht es in die Praxis. Hier lernt man die praktische Anwendung und richtige Einstellung von Beet- und Wendepflug, inklusive Anlegen und bearbeiten eines kleinen Beetes mit dem Beetpflug. Am letzten Tag findet dann, wie bei allen anderen Lehrgängen auch, eine Prüfung zum Lehrgang statt. Insgesamt war dieser Lehrgang sehr praxisnah und wir haben viel gelernt.
Der Großmaschinenlehrgang beschäftigt sich hauptsächlich mit der Pflanzenschutzspritze und dem Mähdrescher. Beides kann man praktisch erleben und testen, wenn auch nur in der Halle bzw. auf dem Hof. Hier gehören das Abdrehen der Drillmaschine, das Auslitern der Spritze, diverse Berechnungen zum Einstellen und Ausbringen, sowie An- und Abbau vom Schneidwerk des Mähdreschers dazu. Aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Lehrgang, der aber steht und fällt mit der Technik, die zur Verfügung steht. Bei uns ist die Technik nicht auf dem neusten Stand gewesen, was schade ist, aber sicherlich auch immer etwas mit Kosten zu tun hat. Vielleicht könnte man hier stärker mit den Betrieben kooperieren, die teilweise besser ausgestattet sind.
Der Rinderlehrgang war der umfangreichste Lehrgang mit viel Theorie. Aber auch die Praxis kam hier nicht zu kurz: Futterbeurteilung am Silo, Melken, Kuhbeurteilung, Kälberaufzucht usw. Hier haben wir viel geboten bekommen und wer Interesse gezeigt hat, konnte richtig was lernen! Da aber nicht jeder Azubi auf seinem Lehrbetrieb Kühe hat, mussten diese in 5 Tagen ganz schön viel lernen. Am Ende war die Zeit zu kurz, zwei Wochen wären hier besser gewesen.
 
Der Schweinelehrgang viel bei mir aus, da sich die überbetriebliche Ausbildungsstätte einen neuen Lehrgangs-Betrieb suchen musste. Ich habe ersatzweise den Grünfutterlehrgang besucht, der Klasse war. Hier wurde die Theorie von den Lehrern der Fachschule Stadtroda vermittelt und das war Top! Im Lehrgang haben wir Pflannzenuntersuchungen auf dem Feld vorgenommen, Siloproben gezogen und bei der Firma Claas die neueste Grünfuttertechnik gelernt. Leider fiel in diesem Lehrgang die Praxis komplett aus.
 
Und was genau ist ein Instandhaltungslehrgang? Wir haben die ganze Woche ein Thermometer-Häuschen aus Holz gebaut, geschweißt und ein paar grundlegende Dinge über Mutter, Schraube&Co gelernt. Aus unserer Sicht war der Lehrgang überflüssig und er ist auch nicht prüfungsrelevant.

 
 
 
 
 

Blog von Stefanie, die eine Ausbildung zur Tierwirtin macht
 
 
 
Steckbrief von Stefanie
 
Wer bist du?
Mein Name ist Stefanie, ich bin 20 Jahre alt, komme ursprünglich aus Sachsen und mache nun eine Ausbildung zur Tierwirtin in Thüringen. Meine Großeltern hatten früher einen Bauernhof, so hab ich von Kind auf den Umgang mit den Tieren gelernt.
 
Was ist das schönste an deiner Ausbildung?
Das Schönste an meiner Ausbildung ist, dass ich jeden Tag mit Tieren zu tun habe und diese eigenständig versorgen darf. Zudem ist es immer wieder schön, wenn Kälber das Licht der Welt erblicken und man bei der Aufzucht dabei sein darf.
 
Was machst du, wenn es nicht um Landwirtschaft geht?
Außer der Landwirtschaft gibt es in meinem Leben noch ein paar Pflegepferde, die ich sehr gerne versorge und beschäftige. Früher habe ich auch Leistungssport gemacht, dies musste ich dann aber leider aufgeben.
 
Welches Ziel hast du für später in deinem Leben?
Später möchte ich eventuell die Landwirtschaft in anderen Ländern erfahren und meinen eigenen kleinen Betrieb gründen. 
 
 
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Blogeinträge von Stefanie
 
Mein Auslandspraktikum in Südtirol
 
Im Sommer 2016 war ich zu einem Auslandspraktikum in Südtirol für vier Wochen. Der Hof war in der Nähe von Kastelruth auf der Seiser Alm. Zum Praktikum bin ich gekommen durch den Landjugendverband Thüringen. Das ist ein jährliches Angebot für alle Azubis des zweiten Lehrjahres als zusätzliche freiwillige Zusatzqualifikation.


Ich habe daran teilgenommen, weil ich einfach mal die Landwirtschaft in einer anderen Region sehen wollte und wie die Bauern dort ihre Tiere halten. Wir waren 17 Azubis aus Thüringen, sind aber alle einzeln auf einen Hof gekommen. Ich war bei einer Familie mit 3 Kindern. Im Stall hatten sie 20 Kühe, Braunvieh und Fleckvieh. Die Jungrinder waren alle oben auf der Alm. Meine Aufgaben waren die Tiere zu versorgen und zu füttern, mit den Kinder zu spielen und bei den Feriengästen zu helfen. Der Hof hatte auch 3 Ferienwohnungen.

Auf dem Hof gab es noch zwei Schweine, einen Hund, mehrere Hühner und Katzen. Während der vier Wochen hatte ich auch die Möglichkeit, mir die schöne Umgebung in Südtirol anzuschauen. Mir hat das Praktikum besonders gut gefallen, da ich viele neue Erfahrungen sammeln konnte, neue Leute kennengelernt habe und gesehen habe, wie die Landwirtschaft in den Bergregionen aussieht.
 
Bundesentscheid – wir kommen!
 

Als mich meine Ausbilderin gefragt hat, ob ich am Berufswettbewerb der deutschen Landjugend teilnehmen möchte, dachte ich mir, warum nicht? So ein Wettbewerb macht Spaß und zusätzlich ist es eine sehr gute Prüfungsvorbereitung.
 
Beim Regionalentscheid am 10. Februar waren wir 14 Landwirte und 6 Tierwirte aus dem Landkreis Greiz, dem Altenburger Land und dem Saale-Orla-Kreis. Wir Tierwirte mussten in 5 Minuten einer 9. Klasse unseren Ausbildungsberuf vorstellen, eine Kälberbox desinfizieren und Futtermittel und Saatgut bestimmen. Weiter ging es mit dem Landesentscheid am 26.04., wo 26 Azubis aus den Grünen Berufen aus ganz Thüringen teilnahmen. Ich habe mich riesig gefreut, als ich dort gewonnen habe.


 

Anfang Juni erhielten wir die Aufgaben für den Bundesentscheid. Für die Präsentation sollen wir uns kritisch mit dem Begriff „Tierfabriken“ auseinandersetzen oder Einsparpotentiale in der Tierhaltung in unserem Betrieb aufzeigen, da ist guter Rat teuer? Bei den praktischen Aufgaben steht Weidebau, Futtermittelbestimmung, Rationsberechnung und die Beurteilung von Tierhaltungsbedingungen auf dem Programm.

 
Nach Pfingsten wurden alle Teilnehmerinnen am Bundesentscheid aus Thüringen nach Erfurt eingeladen, um uns besser kennen zu lernen und noch einige Tipps zu erhalten. Insgesamt sind wir 8 Leute, die mit nach Güstrow fahren (LW, TW, FW, WH). Das Vorbereitungstreffen war echt hilfreich. Eine Referendarin von unserer Fachschule erklärte uns ein paar wichtige Punkte zur Präsentationsgestaltung und wir konnten die neu gewonnenen Tipps in einer Präsentation anwenden. Um unserer Gruppendynamik zu stärken, haben wir nach der Mittagspause ein Spiel gespielt. Am Nachmittag stand die Planung unserer Ländervorstellung Thüringen auf dem Programm. Jetzt sind wir gut vorbereitet für den Bundesentscheid in Güstrow!

Ich freue mich auf den Bundesentscheid in Güstrow. Egal ob ich erste oder letzte bei den Tierwirten werde! Gewonnen haben wir doch alle, schon allein durch die Tatsache, dass wir die Besten aus Thüringen sind. Hauptsache, wir sind dabei, so sehe ich das! 
 
 
Vorbei, aber viel mitgenommen!

Der Berufswettbewerb 2017 ist vorbei und der Wettbewerb hat mir viel gebracht! Nicht nur fachlich habe ich was gelernt, sondern auch viele neue Freunde aus ganz Deutschland kennen gelernt. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Betriebsstrukturen in Deutschland sind und dass die landwirtschaftliche Ausbildung z.B. in Bayern ganz anders organisiert ist.
Die Vorbereitung und die Organisation des ganzen BWBs waren spitze. Beim Bundesentscheid mussten wir bei den praktischen Aufgaben einen Weidezaun bauen und Futtermittel bestimmen. Es war eine wunderschöne Woche in Güstrow – vielen Dank an das gesamte Orga-Team!
Nach dem Kreis-, Landes- und Bundesentscheid kann ich jetzt gut vorbereitet in meine Abschlussprüfung gehen.
Ich empfehle jedem Azubi dort teilzunehmen. Auch wenn man nicht erster wird, nimmt man viele Erfahrungen vom BWB mit nach Hause.
 

Azubis für Pferde gesucht!

Unser Projekt “Pferd und Freizeit“ richtet sich an die Lehrlinge unserer Berufsschule in Schwerstedt bei Weimar. Die Idee meiner Freundin Jenny Heyn und mir war, für Lehrlinge, die während der Berufsschulwoche im Internat schlafen, eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung zu schaffen. Angehende Landwirte und Tierwirte erhalten die Möglichkeit, sich um Pferde zu kümmern und zu reiten.
Wir konnten unseren Lehrer, Herrn Skandera, von unserem Projekt überzeugen und der stellte den Kontakt zu einem Freund her, der 3 Welshponys und ein Haflinger hat, um die er sich leider selbst nicht genügend kümmern kann.

Der Anfang war gar nicht so einfach. Als wir das erste Mal bei den Pferden waren, mussten wir fast bei Null anfangen. Jedes Pferd hat so seine „Problemchen“ und wir mussten erstmal Vertrauen aufbauen.


Nachdem wir die Pferde soweit hinbekommen hatten, dass wir auf ihnen reiten konnten, suchten wir die Azubis. Auch hier mussten wir feststellen, dass nicht jeder, der gerne Kontakt zu Pferden will, mit ihnen umgehen kann.
Da wir über 100 km von der Berufsschule entfernt wohnen und nicht jeden Tag nach den Pferden schauen können, suchen wir weiterhin zuverlässige Azubis, die Spaß am Umgang mit Pferden haben. Es ist aber wichtig, sich auch längerfristig zu verpflichten, da die Pferde feste Ansprechpartner brauchen. Wer Interesse hat und in die Berufsschule in Schwerstedt geht, kann sich gerne bei mir melden.
 

 
 
 
 
 
Blog von Max, der eine Ausbildung zum Landwirt macht 

 
 
Steckbrief von Max
 
Wer bist du?
Ich bin Maximilian Fiebrich, wohne in Wiegleben, einem kleinen Dorf im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen und bin im dritten Lehrjahr zur Ausbildung als Landwirt. Ich selbst habe keinen landwirtschaftlichen Betrieb zuhause.
 
Was ist das schönste an deiner Ausbildung?
Das Schöne an meiner Ausbildung als Landwirt ist das naturnahe Arbeiten und dass ich ständig draußen sein kann. Von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang an der frischen Luft zu arbeiten bestätigt mich jedes Mal aufs Neue, dass ich den richtigen Beruf erlerne.
Was machst du, wenn es nicht um Landwirtschaft geht?  
Außer der Landwirtschaft gibt es in meinem Leben noch die Fotografie. Das Hobby lässt sich super verbinden mit meinem Interesse für die Landwirtschaft und für große Maschinen.
 
Welches Ziel hast du für später in deinem Leben?
Später möchte ich in meinem Beruf mehr Verantwortung übernehmen. Deshalb werde ich mit Stephan zusammen nach Stadtroda auf die Fachschule für Agrarwirtschaft gehen, um dort meinen staatlich geprüften Techniker zu machen. Außerdem würde ich mir später sehr gern auch privat ein paar Schweine halten.
 
 
Blogeinträge von Max:
 
"Viel hilft viel" gilt nicht für die Maisaussaat!
Bevor der Mais in den Boden gelegt werden kann, sollte für ein möglichst feinkrümliges Saatbett gesorgt werden. Hierfür setzen wir einen Schlepper mit Feingrubber ein und bearbeiten noch einmal die oberste Bodenschicht. Wenn der Boden optimal vorbereitet ist, kann der Mais gelegt werden.
Hierzu verwenden wir Einzelkornsämaschinen. Wir haben den Mais mit einem Reihenabstand von 45cm gelegt. Gelegt wurden ca. 95.000 Körner pro Hektar. Eine höhere Aussaatstärke ist keine Garantie für mehr Ertrag!
Nachdem der Mais gelegt wurde, haben wir mit einer Cambridge Walze den Boden rückverfestigt, um dem Korn eine guten Bodenschluss zu geben und den Wasserhaushalt zu verbessern.


Landwirtschaft in der Schweiz

Im Rahmen einer Fachexkursion, durchgeführt von der Fachschule für Agrarwirtschaft Stadtroda, besuchten wir die Berufsschule des 3. Lehrjahres für Landwirte "Inforama Rütti" in Zollikofen, Bern.
Die Strukturen der Schweizer Landwirtschaft sind wesentlich kleiner als hier bei uns in Thüringen. Mit 15 Hektar zählt man dort als Großbauer. In der Region rund um Bern wird noch viel Ackerbau betrieben - angebaut wird meist Gerste, Weizen, Zuckerrüben und Mais.
In den höheren Lagen wird hauptsächlich Grünland bewirtschaftet. Die Maschinen sind an die Umgebungen angepasst, doppelbereifte Kleinschlepper gehören zum Alltag. Aufgrund der vielen Hanglagen sind die angehängten Geräte dementsprechend klein und praktisch.
Der überwiegende Teil der Landwirte hält Milchvieh. In den höheren Lagen werden die Tiere meist ab Juni auf die Almen aufgetrieben, um dort die Almwiesen abzuweiden. Im Winter sind die Kühe meist im Stall.

Es fällt auf, dass viele Landwirte auf ökologische Bewirtschaftung und Milcherzeugung umstellen, da diese gut entlohnt wird. Oft gehen in den Betrieben beide Partner arbeiten oder es gibt zumindest ein außerlandwirtschaftliches Einkommen. Im Vollerwerb ist eine Bewirtschaftung meist nicht möglich. Wider Erwarten genießen die Landwirte in der Schweiz kein besseres Ansehen als bei uns. 

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Blog von Ann-Christin, die eine Ausbildung zur Landwirtin gemacht hat und jetzt Agrarwissenschaften studiert
 
 

Steckbrief von Ann-Christin

Wer bist du?
Ich bin... Ann-Christin Kahler, 22 Jahre jung, komme aus dem nördlichen Hessen, habe eine zweijährige Ausbildung zur Landwirtin gemacht, studiere nun Agrarwissenschaften und habe einen kleinen Nebenerwerbsbetrieb daheim.
Was ist das schönste an deiner Ausbildung?
Das Schöne am Beruf Landwirt/in ist... die Abwechslung! Man ist mal an der frischen Luft, im Stall, im Büro oder sitzt in der Schlepper/Mähdrescher Kabine. Man hat mit der Natur und den Tieren zu tun. Zudem lernt man viele nette und interessante Leute kennen. Es ist wie früher als Kind nur heutzutage sind die Spielzeuge sprich die Maschinen größer. Und warum ich nach meiner Ausbildung jetzt noch studiere? Ich will mich weiterbilden, noch mehr und noch tiefgründiger die Themen bearbeiten und mich spezialisieren. Man lernt nie aus und für mich war es klar nach der Ausbildung weiter zu machen.
Was machst du, wenn es nicht um Landwirtschaft geht?
Außer der Landwirtschaft gibt es in meinem Leben noch meine Familie und Freunde! Die meisten haben zwar auch mit der Landwirtschaft zu tun aber ohne sie wäre es langweilig. Zudem ist mein großes Hobby zu reiten, habe auch zwei Pferde und nebenbei bin ich immer mal mit der Kamera unterwegs und mache von allem möglichen (aber am liebsten von Agrartechnik) Bilder.
 
Welches Ziel hast du für später in deinem Leben?
Später möchte ich mal entweder in der Sparte Maschinen oder Ackerbau arbeiten, nebenbei vielleicht eine kleine Mutterkuhherde und natürlich eine Familie haben.
 
Blogeinträge von Ann-Christin:
 
Vorlesungsfreie Zeit - was macht man da als Student/in?

Noch sind zurzeit "Semesterferien". Doch eigentlich sind das keine Ferien, sondern einfach nur „vorlesungsfreie“ Zeit, wo man Klausuren schreibt, dafür aber nicht tagelang in der Universität/Fachhochschule sitzen muss. Somit ist auch klar, was wir Studenten in unseren "Ferien" machen... Lernen.
Aber da jeder völlig fertig und kaputt wäre, wenn er die kompletten 2-3 Monate nur lernen würde, stellt sich die Frage: was machen Studenten sonst noch in den "Ferien"? Viele nehmen die freie Zeit und gönnen sich etwas Urlaub zum Abschalten. Andere bleiben einfach daheim und genießen die Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden. Wieder andere (ich gehöre auch dazu) haben zufällig ein Inserat einer netten WG gelesen und sind noch schnell zum nächsten Semester umgezogen.
Aber die meisten Studenten, die ich kenne, gehen arbeiten. Da ich Agrarwissenschaft (Landwirtschaft) studiere, liegt es nahe, dass ich in der Landwirtschaft arbeite. Unsere vorlesungsfreie Zeit liegt passend im Frühjahr (Februar-März) und im Sommer (August-September), so dass wir „draußen“ gut mithelfen können.
Die wenigsten Agrar-Studenten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Landwirt und müssen, um das Studium absolvieren zu können, Praktika machen. So kann die Arbeitszeit im Betrieb als Praktikum angerechnet werden und man hat zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Aber dennoch stellt sich die Frage, warum gehen Studenten in den Ferien arbeiten? Ich sag‘s euch, studieren ist teuer. Die Wohnung, die Semesterbeiträge, Essen und Getränke und vor allem die Partys gehen ins Geld. Zum Schluss will ich aber nochmal klarstellen, ein Agrarstudent geht arbeiten, weil er die Praxis liebt und Erfahrungen sammeln will. Aus einer Kabine zu schauen oder in einem Stall zu stehen ist nämlich viiiiiiiiiiel schöner als im Hörsaal zu sitzen!
Bald geht das Sommersemester weiter und dann heißt es erneut lernen und Karteikarten durcharbeiten. Die gute Nachricht ist, es sind nur 14 Wochen und dann kommen die nächsten Semesterferien und wir können wieder arbeiten.
 
Klappe - Aktion - Schnitt: Worauf kommt es beim 1. Schnitt an?
 
Zurzeit nutzen viele Landwirte das gute Wetter und führen den 1. Schnitt durch. Das bedeutet aber nicht, dass wir Landwirte einfach auf die Wiesen fahren und drauf los mähen.
Bei dem 1. Schnitt gibt es einiges zu beachten. Zuallererst sollte man die Wuchshöhe bestimmen. Das Erntegut (Gras, Kräuter, Leguminosen) sollte "Bierflaschen" hoch sein, sprich mindestens 25cm hoch. An zweiter Stelle muss man das Reifestadium der Gräser erkennen. Der beste Zeitpunkt zum Mähen ist, wenn sich die Ähren beginnen aus der Blattscheide herauszuschieben. In diesem Stadium sind die Futterwerte der Gräser, Kräuter und Leguminosen am günstigsten. Vor allem wichtig bei der Grasernte ist der Rohfasergehalt, da Wiederkäuer wie Kühe eine gewisse Rohfaser benötigen. Das Optimum für Rohfaser (in der Trockenmasse) im Grünland liegt bei 25 Prozent, da bei diesem Gehalt alles ordentlich verdichtet werden kann.
Dann geht es los mit dem Mähen. Dies wird meistens mit Schleppern und verschiedenen Mähkombinationen verrichtet. Zudem gibt es selbstfahrende Mähwerke. Dabei ist wichtig, das Gras ordentlich abzuschneiden und nicht abzurupfen. Die Klingen der Messer sollten also immer sehr scharf sein. Und die Schnitthöhe ist anzupassen, damit kein Sand und keine Erde in das Futter kommt oder die Grasnarbe verletzt wird. Die optimale Schnitthöhe liegt bei 5-8 cm

Besonders wichtig beim 1. Schnitt ist die Kontrolle der Flächen. Da zu diesem Zeitpunkt oftmals Rehkitze im tiefen Gras liegen. Diese sollte man natürlich nicht mitmähen. Um dies zu verhindert, gibt es mehrere Möglichkeiten. 1. Man kann den zuständigen Jagdpächter informieren und ihn mit seinen Hunden über die Flächen schicken, um die Kitze aufzuscheuchen. 2. An einigen Mähwerken gibt es sogenannte Reh-Tracker. Diese schlagen Alarm sobald ein Kitz vor dem Mähwerk erscheint. Zu diesem Thema gibt es eine tolle Aktion der Landjugend Hessen "Mäh kein Reh", die mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Sie haben ein spezielles Flatterband designet, das Kitze aufschreckt, so dass sie vor Mähbeginn verschwinden können: Es ist ein wirksamer Kitzschutz ohne viel Arbeit. Zusätzlich gibt es Infomaterial mit einer Anleitung. Das Infomaterial kann man hier kostenlos anfordern.
 
Vorführfahrerin – was ist das eigentlich?
 
Zurzeit sind Semesterferien und ich arbeite als Vorführfahrerin bei Köckerling. Meine Aufgabe ist es, unterschiedliche Bodenbearbeitungs- und Sämaschinen bei den Kunden vorzustellen, ihnen Einstellungen und Abläufe zu erklären und natürlich die Maschinen zu präsentieren. Bei den Kunden ist auch immer ein Kollege von Köckerling dabei, da wir die Maschinen ja verkaufen möchten.
Der Job macht richtig Spaß und ist echt abwechslungsreich. Man kommt viel rum, manchmal habe ich vier Vorführungen am Tag, manchmal auch nur eine. Viel Zeit geht auch mit der Überführung der Maschinen drauf, sprich ich fahre die Maschinen für Kunden hin und her. Das kann dann auch schon mal ein 14-Stunden-Tag sein. Dann bin ich froh, wenn ich abends im Hotel sein kann, schnell noch den Papierkram erledige und dann ist Feierabend.
Nervig sind die rücksichtlosen Auto- und LKW-Fahrer! Die Maschinen werden immer größer und in den kleinen Dörfern in Hessen und Thüringen ist es echt schwierig durchzukommen. Dann gibt es noch überall Umleitungen, so dass man ewig braucht bis man am Ziel ist.
Mein Gespann zurzeit ist ein Fendt Vario 939 S4 Profiplus (390 PS) mit einer Köckerling Rebell Classic, 8 Meter breit, Kurzscheibenegge. Am Donnerstag war ich auf den Feldtagen in Mosheim. In den Tagen davor habe ich mit dem Fendt 939 Vario verschiedene Bodenbearbeitungs- und Sämaschinen dort hingefahren. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und Köckerling konnte seine Maschinen dem interessierten Fachpublikum live und in Action demonstrieren. Ich durfte mit dem Fendt 1050 Vario den Grubber vorführen - richtig geil, aber auch anstrengend.