Mit „Doppelspitze“ und Emsländer Unternehmergeist zum Erfolg
Im Emsland, im westlichen Niedersachsen, haben sich viele landwirtschaftliche Betriebe auf die Tierhaltung spezialisiert. Auch Stefan (30) und Matthias Teepker (28) aus Handrup haben sich für die Sauenhaltung und Hähnchen- und Schweinemast entschieden. Die Brüder leiten den Betrieb inzwischen gemeinsam, haben die Aufgaben jedoch strikt getrennt: Landwirtschaftsmeister Stefan Teepker betreut die Hähnchenmast, Diplom-Agraringenieur Matthias Teepker die Sauen, Ferkel und Mastschweine. Unterstützung bei der täglichen Arbeit bekommen sie von ihrer Mutter Maria, sowie von zwei Auszubildenden, ein bis zwei Angestellten und gelegentlich Praktikanten.
Ausbildung wird ernst genommen
Auf dem Hof Teepker werden gerne Auszubildende und Praktikanten eingestellt. „Wir können häufig noch etwas von ihnen lernen, da sie mit einem anderen Blick an die Dinge herangehen und oft Erfahrungen vom eigenen Betrieb mitbringen“, sagt Stefan Teepker. Wichtiger ist ihm jedoch, dass die jungen Mitarbeiter bei ihm etwas lernen. „Auszubildende sind keine billigen Arbeitskräfte, die wir für unliebsame Arbeiten einsetzen. Sie müssen lernen, Verantwortung zu tragen.“ Deshalb nehmen die Teepkers sich Zeit für Fragen und für die Kontrolle der Berichtshefte. Da die Jugendlichen mit der Familie unter einem Dach leben, ist sie natürlich auch Ansprechpartner für ihre alltäglichen Sorgen. „Es wird gemeinsam gearbeitet, gegessen und gelebt, da ist ein gutes Verhältnis wichtig“ sagen die jungen Unternehmer. Wenn die Teepkers ehemalige Lehrlinge nach einiger Zeit wiedersehen oder von anderen hören, dass sie ihren Job erfolgreich meistern, dann sind sie auch ein bisschen stolz, dass sie ihnen etwas auf ihrem Lebensweg mitgeben konnten.
Wichtig für Deutschland
„Es ist gut und wichtig, dass wir in Deutschland Lebensmittel produzieren und dies auch in Zukunft tun werden“, da sind sich die Brüder einig. Die regionale Nähe ist ein Argument, ein anderes die hervorragende Qualität der deutschen Produkte. „Wenn wir die Produktion im eigenen Land haben, können wir auch überwachen, wie unsere Lebensmittel hergestellt werden“, sagen die Teepkers. „Die Landwirtschaft bringt Arbeitsplätze in die ländlichen Räume, das darf man auch nicht vergessen“, ergänzt Stefan Teepker.
Tierkontrolle mit allen Sinnen
Auf dem Betrieb Teepker wird nichts dem Zufall überlassen. Von optimalem Stallklima, Tiergesundheit und -wohlbefinden überzeugen sich die Brüder mehrfach täglich persönlich. Diese Kontrolle erfolgt nicht an einem Bildschirm, da die Ställe nicht kameraüberwacht sind. „Wir kontrollieren nicht nur mit den Augen, sondern mit allen Sinnen. ob es unseren Tieren gut geht“, sagt Stefan Teepker. „Und das geht nur, wenn wir mehrfach täglich in die Ställe hineingehen.“
Strikte Aufgabentrennung
Stefan Teepker ist zusammen mit einem Mitarbeiter für die Hähnchenmast verantwortlich. In acht modernen Ställen werden jeweils etwa 30.000 Tiere gehalten. Die Küken werden
kurz nach dem Schlüpfen angeliefert. Anfangs sind die Tiere noch sehr empfindlich, deshalb herrscht in den Ställen eine Temperatur von 34 bis 36°C. „Im Winter ist das sehr angenehm, im Sommer kann das für uns anstrengend werden“, sagt der Landwirt. Schließlich legt er auf seinen Kontroll-Rundgängen täglich mehrere Kilometer in den Ställen zurück.
Matthias Teepker betreut die Sauenhaltung, die Ferkelaufzucht und die Schweinemast. Derzeit kümmert er sich um 520 Sauen und verkauft jährlich 3600 Mastschweine an den Schlachthof. Sein Plan ist es, irgendwann alle 13.000 eigenen Ferkel auch selbst zu mästen. In einem solchen geschlossenen System sind die Tiere keinem Transportstress oder erhöhtem Krankheitsdruck ausgesetzt, da sie den Betrieb nicht verlassen.
Das Herz lacht, wenn die Sonne scheint
Auf den Ställen haben die Brüder Photovoltaikmodule installiert. „Wenn wir große Ställe bauen und damit auch große Flächen versiegeln, ist die eigene Energieerzeugung naheliegend“, sagt Stefan Teepker. Seit der Inbetriebnahme freuen sich die Brüder nun über jeden Sonnenstrahl.
Mehr Zeit im Büro als auf dem Trecker
Beim An- und Verkauf der Tiere haben die Teepkers immer ein Auge auf dem Weltmarkt. Besonders der Schweinepreis ist extremen Schwankungen unterworfen. Mit einem Gespür für Preisentwicklungen und dem entsprechenden Wissen, können die Landwirte diese Schwankungen beim Verkauf ihrer Produkte nutzen. Ein ebenso wichtiger Bereich ist die Dokumentation. Das Fleisch im Supermarkt muss über den Händler, den Schlachthof und den landwirtschaftlichen Betrieb bin zum Futtermittelerzeuger rückverfolgbar sein. Dahinter steckt ein gewaltiger bürokratischer Aufwand. Viel Zeit verbringen die Brüder deshalb im gemeinsamen Büro und machen genaue Aufzeichnungen über die Mast. Für die Bewirtschaftung der 145 Hektar Ackerfläche bleibt im Alltag immer weniger Zeit.
Gut aufgestellt für die Zukunft
Mit zwei Führungskräften im Betrieb und den beiden Betriebszweigen Schweine- und Hähnchenhaltung sind die Teepkers für die Zukunft gut aufgestellt. Neben dem Ausbau der Schweinemast haben die Jungs aus dem Emsland noch reichlich Ideen und viel Mut und Energie, um ihren Betrieb weiter zu entwickeln.
