Arbeit mit Leidenschaft – die deutschen Bauern

Mit Herzblut bei der Sache

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“Ich bin mit Leidenschaft Landwirtin. Denn: Nur wenn man mit Herzblut bei der Sache ist, ist man auch gut darin.” Davon ist Clara Woltering, eine junge Landwirtin aus Westfalen, überzeugt. Sie ist nicht nur mit Leidenschaft bei ihrem Beruf. Mit gleicher Hingabe widmet sie sich dem Handball, der für sie keine Freizeitbeschäftigung mehr, sondern Leistungssport ist: die 27-Jährige ist Torfrau der Handball-Nationalmannschaft. “Manchmal ist es schon schwer, beide Wege miteinander zu kombinieren. Gott sei dank unterstützen mich meine Eltern. So bekomme ich das ganz gut hin”, beschreibt Woltering ihren dichten Tagesablauf. Ihr Alltag ist streng durchorganisiert: vier Tage arbeitet Clara Woltering in der Regel auf dem Betrieb, am Wochenende finden immer die Spiele statt – regional, deutschlandweit oder auch mal europaweit. Außerdem ist jeden Tag Training in Leverkusen angesetzt. Daher wohnt die junge Frau nicht auf dem elterlichen Betrieb, sondern im 125 Kilometer entfernten Leverkusen und pendelt jeden Tag.

Für Woltering spielt Handball schon lange eine wichtige Rolle. Mit sechs Jahren – als sie sich noch längst nicht für den Beruf Landwirtin entschieden hatte – hat sie bereits mit dem Handballspielen begonnen. Auch wenn es natürlich zunächst recht spielerisch begann, hat sich schnell gezeigt, dass Clara Talent hat. Und so hat sie sich von der Regionalliga über die Bundesliga zur Nationalmannschaft hochgearbeitet. Dass Clara Woltering Landwirtin werden möchte, war lange nicht klar: zunächst spielte sie mit dem Gedanken Betriebswirtschaft zu studieren. “Doch das war einfach zu theoretisch, zu wenig praktisch. Ich arbeite einfach gerne vielseitig und in der Natur. Es sind ungemein viele Bereiche, die man als Landwirt abdecken muss: man muss technisch versiert sein, mit Tieren arbeiten können, aber auch Ahnung von Medizin, Chemie und Physik haben. Diese Abwechslung und dieser hohe Anspruch machen viel Spaß”, schwärmt Woltering, die auf alle Fälle den elterlichen Betrieb übernehmen möchte.

Woltering ist auch stolz auf ihren Beruf: “Die Bürger können sich glücklich schätzen, dass wir Landwirte sie mit so hochwertigen Lebensmittel versorgen. Für mich ist der Beruf Landwirt ein sehr verantwortungsvoller Beruf”. Dennoch stimme es manchmal traurig, dass manche Mitmenschen ein so falsches Bild von der Landwirtschaft haben. Als Leistungssportlerin nutzt sie ihre Bekanntheit in der Öffentlichkeit, immer wieder das Bild der Landwirtschaft zurechtzurücken und Vorurteile abzubauen. Außerdem versucht sie im permanenten Gespräch mit anderen Sportlern oder Multiplikatoren für die Landwirtschaft zu werben. Dadurch, dass heutzutage die meisten Menschen nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten, herrsche wenige Kenntnis über die Landwirtschaft vor, beschreibt Woltering. “Über eine positive Imagearbeit haben wir die Chance, das sich das ändert. Jeder einzelne Landwirt sollte ein Stück dazu beitragen, das Image zu verbessern”, betont die Agrarbetriebswirtin.

Woltering mag den Beruf Landwirt, da man viel Abwechslung hat und daher viel Freiheit, wie man sich den Tag einteilt. “Heute haben Landwirte allerdings insofern nur noch wenig Freiheit, als ihre Arbeitsweise durch Gesetze maßgeblich bestimmt wird, die Bürokratie den Alltag eines Landwirts bestimmt “, kritisiert Woltering. Auch sei es schon anstrengend, immer gegen den Vorwurf, Subventionen zu erhalten, ankämpfen zu müssen. “Die Verbraucher erhalten qualitativ hochwertige Lebensmittel zu günstigen Preisen. Wenn die Landwirte dafür keinen Ausgleich bekämen, wären sie am Weltmarkt nicht konkurrenzfähig”, betont sie immer wieder. Vergessen dürfe man zudem nicht, dass im Prinzip alle Wirtschaftsbereiche subventioniert werden. “Dass man hier immer nur an der Landwirtschaft herumhackt, finde ich ein Stückchen ungerecht”, so Woltering. Auch der Begriff “Massentierhaltung” sei zu negativ besetzt. Größere Tierbestände seien doch nicht per se schlechter. Die meisten Verbraucher seien doch gar nicht bereit, einen höheren, angemessenen Preis für Lebensmittel zu bezahlen. Woltering macht deutlich: “Landwirte sind Unternehmer. Als Unternehmer muss man sehen, ökonomisch und ökologisch zu produzieren. Das funktioniert nur über die Größe”.

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