Tag des offenen Hofes 2016 - Hinter den Kulissen

DER WESTEN

Schleupenhof in Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen

Wir fragten Rudolf Platen vom Schleupenhof in Tönisvorst nach seinen Motiven, warum er und seine Familie am "Tag des offenen Hofes" mitmachen:
 
Erzählen Sie etwas über Ihren Betrieb.
Seit 1966 bewirtschaftet unsere Familie den Schleupenhof mit ungefähr 63 Hektar.
 
 
Unsere knapp 1.000 Mastschweine verkaufen wir an regionale Schlachthöfe. Weizen, Gerste, Speisekartoffeln, Buschbohnen und Erbsen an die verarbeitende Industrie.  Als Sonderkultur pflanzen wir Weihnachtsbäume an, die wir im Direktverkauf vermarkten.
 
                                                                                       
Warum öffnen Sie Ihre Hoftore für Verbraucher?
Weil wir glauben, dass wir damit mehr Verständnis für unsere Produkte und unsere Produktionsweisen erhalten. Wir haben nichts zu verbergen und können daher auch Alles zeigen. Wir möchten mit einem Tag des offenen Hofes erreichen, dass uns die Verbraucher mehr  Vertrauen entgegenbringen.
 
Warum ist ein Tag des offenen Hofes ein geeignetes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit?
Mit so einem Tag kann man eine positive Stimmung erzeugen, denn die Bürger können hautnah erleben, was wir machen. Ungezwungen und ohne Zeitdruck  kommen wir mit den Menschen ins Gespräch.
 
 
 
Wie begegnen Sie kritischen Fragen und Vorurteilen seitens der Verbraucher bzgl. Massentierhaltung, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, etc. ?
Auf keinen Fall mit Rechtfertigung. Wir wollen zeigen, dass der Verbraucher mit seiner Forderung nach „preiswerten“ Lebensmitteln einen Großteil der Verantwortung dafür trägt, wie sich die landwirtschaftliche Produktion in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Der Verbraucher hat die Macht durch sein Kaufverhalten und kann nicht einfach die Verantwortung an Dritte abgeben.
 
Was erwarten Sie in Zukunft von den Verbraucherinnen und Verbrauchern?
Mehr Verantwortungsgefühl und die steigende Bereitschaft, für Qualität – sprich gute Lebensmittel – Geld auszugeben. Denn Viele haben die teuersten Küchen zu Hause stehen, aber die Lebensmittel sollen billig sein.
 
Was tun Sie selber, um den Bürgern moderne Landwirtschaft näher zu bringen?
Wir unterhalten uns recht häufig mit den Bürgern. Oft ist es ein Gespräch am Feldrand mit Passanten oder wenn uns kleine Gruppen in unseren Ställen besuchen. Sehr beliebt sind unsere Führungen bei Kindergartengruppen und Schulklassen.
 
Was bedeuten für Sie Tierwohl und Umweltschutz?
Für mich heißt Tierwohl, die Tiere jeden Tag zu beobachten und zu sehen, wie es ihnen geht. Ich denke, wir Landwirte sind als Praktiker die Ersten, die feststellen, ob alles in Ordnung ist. Tierwohl nach Messlatte und Maßnahmenkatalog halte ich für sehr schwierig. Denn jedes Tier ist ein Individuum und hat unterschiedliche Ansprüche. Für ein Schwein in Bayern bedeutet Tierwohl vielleicht etwas ganz anderes als für das Schwein in Holstein.
 
Der Schutz unserer Umwelt ist sehr wichtig und die Gesetzgebung, gerade in Deutschland, ist auf einem guten Weg. Den Bürgern muss allerdings klar sein, dass es Umweltschutz nicht zum Nulltarif gibt und nur der Bauer die Zeche zahlt. Umweltschutz betrifft uns alle und alle müssen dafür etwas tun. Auch der Verbraucher an der Supermarktkasse.
 

 



Inhalt:

Seite 1 - Startseite  >>
Seite 2 - Norden: Hof Asmussen in Breiholz, Schleswig-Holstein >>
Seite 3 - Süden: Sepp'n-Bauer in Bernau, Bayern >>
Seite 4 - Osten: MKH Agrar-Produkte-GmbH in Wittichenau, Sachsen >>
Seite 5 - Westen: Schleupenhof in Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen >>

zurück zu www.offener-hof.de >>